Umweltfreundliches thermisches Entlacken

Pyrolyse-Technologie von SCHWING Technologies entfernt Lack von Lackieraufnahmen

SCHWING Technologies fertigt neben Hochtemperatursystemen zur thermischen Kunststoffentfernung auch Anlagen zur thermischen Entlackung von Metallteilen und Werkzeugen der produzierenden Industrie. Ergänzend bietet die Servicesparte des Unternehmens Entlackung auch als 24/7-Diensteistung an. Im niederrheinischen Neukirchen-Vluyn entlackt das Team um Service-Leiter Reinhold Bergmann jährlich mehr als 250.000 unterschiedliche Werkstücke. Hierzu liefern Spediteure täglich Maschinenteile. Auf Wunsch entsendet Bergmann auch einen seiner vier Transporter: „Acht Fahrer sind täglich im Umkreis von bis zu 400 Kilometern im Einsatz, um Werkstücke bei Kunden abzuholen und wieder zurückzuliefern.“

Hansa Automotive GmbH nutzt Entlackungsservice

Einer dieser Kunden, der auf thermische Entlackung schwört, ist die Hansa Automotive GmbH mit Sitz im westfälischen Werl. Das Unternehmen ist Experte für die Bereiche Kälte, Klima und Automotive und lackiert seine Produkte mit Pulverbeschichtung. Rund zwei bis vier Gitterboxen mit Gestängen und Lackierstopfen liefert Hansa Automotive jeden Monat zur thermischen Entlackung ins rund 120 Kilometer entfernte Neukirchen-Vluyn. „Um die statische Aufladung der zu lackierenden Komponenten zu gewährleisten, benötigen wir absolut saubere Gestänge und Lackierstopfen“, erklärt Hans-Peter Anstett, Technischer Leiter der Hansa Automotive. Auf die Frage, welche Vorteile die thermische Entlackung habe, antwortet Anstett: „Die regelmäßige Entlackung ist notwendig, um die geforderten Schichtdicken der Pulverbeschichtung auf den Artikeln einzuhalten. Die thermisch entlackten Gestelle und Lackierstopfen sichern dafür eine gleichbleibend gute Qualität.“ Je nach Lackmenge dauert die Entlackung von Teilen in einer Gitterbox rund vier bis fünf Stunden. Dafür setzt Schwing Technologies im ersten Schritt einen thermischen Oxidationsprozess in umweltfreundlichen Pyrolyse-Systemen ein. Die sogenannten MAXICLEAN- Anlagen fassen je nach Modell bis zu 6,5 Kubikmeter. Befinden sich nach der thermischen Oxidation noch anorganische Reste auf den Werkstücken, werden diese im zweiten Schritt mit Druckluft entfernt. „Alles muss tipptopp sauber werden“, betont Schwing Service-Leiter Bergmann.

 

Die Group Schumacher arbeitet im Tauschverfahren

Vom perfekten Entlackungsergebnis profitiert auch die Group Schumacher. Regelmäßig liefert der Hersteller von Systemen und Komponenten für Erntemaschinen kleine und leichte Lackierhaken sowie Stangen nach Neukirchen-Vluyn. Rund 900 Teile lässt das Unternehmen hier pro Reinigungsvorgang nach Bedarf entlacken. Meist zwei Mal pro Woche wird sauberes Material angefordert. „Wir sind so aufgestellt, dass wir im Tauschverfahren arbeiten können“, erklärt André Grimm, Abteilungsleiter Lager & Versand der Group Schumacher im bergischen Wermelskirchen. „Bei Anlieferung wird dann sauberes gegen zu reinigendes Material getauscht.“ Saubere Lackierhaken und Stangen sorgen für ein deutlich besseres Lackbild und für eine geringere Auflagefläche am Haken, weiß Grimm. Neben der hohen Reinigungsqualität verweist der Group Schumacher-Mitarbeiter auch auf den Umweltschutz: Thermisch gereinigte Lackhaken weisen keinerlei chemische Rückstände auf.

 

Lackierhaken der Group Schumacher vor (li.) und nach der thermischen Entlackung (re.) in Pyrolyse-Anlagen
Die Pyrolyse-Anlage MAXICLEAN sorgt für thermische Lackentfernung von Lackierwerkzeugen