Virgilio Perez Guembe
Vertriebsgebiet: Süd- & Mittel-Amerika, Europa, Asien
Polymerreste entfernen, ohne empfindliche Bauteile unnötig thermisch oder mechanisch zu belasten.
VACUCLEAN ist das System der SCHWING Technologies GmbH (Neukirchen-Vluyn) für besonders schonende thermische Reinigung unter Vakuum. Die Anlagen entfernen Kunststoff-, Polymer- und organische Rückstände von hitzebeständigen Metallteilen durch ein kontrolliertes Verfahren aus Abschmelzen, Vakuumpyrolyse und Oxidation.
Der entscheidende Vorteil liegt in der kontrollierten Wärmeführung: Das Reinigungsgut wird unter Vakuum langsam und gleichmäßig aufgeheizt. Ein großer Teil der anhaftenden Polymere schmilzt zunächst ab, bevor die verbleibenden organischen Rückstände thermisch zersetzt werden. Dadurch werden empfindliche Bauteile, Mikrobohrungen, feine Kapillaren, Filterstrukturen und komplexe Innengeometrien besonders schonend behandelt.
VACUCLEAN eignet sich vor allem für hochwertige Werkzeuge und Bauteile, bei denen mechanische Reinigung, unkontrolliertes Ausbrennen oder aggressive Verfahren zu Beschädigungen, Verzug, Rückständen oder Qualitätsverlusten führen können.
Lassen Sie Ihre Reinigungsaufgabe technisch einordnen. SCHWING prüft Bauteil, Rückstand, Polymer, Geometrie und Reinigungsziel – bei Bedarf mit Testreinigung und anschließender individueller Anlagenauslegung.
Merkmal | Einordnung |
|---|---|
System | VACUCLEAN |
Systemtyp | Elektrisch beheizte Vakuumpyrolyse-Reinigungsanlage |
Hersteller | SCHWING Technologies GmbH (Neukirchen-Vluyn, Deutschland) |
Verfahren | Vakuumpyrolyse mit Abschmelz- und Oxidationsphase |
Hauptnutzen | besonders schonende Entfernung von Kunststoff-, Polymer- und organischen Rückständen |
Geeignete Bauteile | hitzebeständige Metallteile, Werkzeuge, Filter, Düsen, Faserwerkzeuge, Extrusionswerkzeuge |
Besonders relevant bei | Mikrobohrungen, Kapillaren, Filterstrukturen, komplexen Innengeometrien, hochwertigen Werkzeugen |
Typische Modelle | VACUCLEAN 154, VACUCLEAN 254, VACUCLEAN COMPACT, VACUCLEAN 1212 |
Temperaturbereich | bis 480 °C; höhere Temperaturen bis 600 °C für Sonderanwendungen auf Anfrage |
Typische Reinigungszeit | 8 bis 30 Stunden, abhängig von Bauteil, Polymer und Rückstandsmenge |
Energieversorgung | elektrisch beheizt |
Medien | Strom und Wasser |
Abluftbehandlung | katalytische Abluftreinigung |
Nicht geeignet für | halogenhaltige Polymere sowie Polymere mit Flammschutzmitteln |
Bei empfindlichen Werkzeugen reicht es nicht, Kunststoffreste einfach „wegzubrennen“. Entscheidend ist, wie kontrolliert Wärme in das Bauteil eingetragen wird.
VACUCLEAN arbeitet unter Vakuum. Dadurch wird der Reinigungsprozess kontrollierbar, und unkontrollierte exotherme Reaktionen werden vermieden. Das Bauteil muss nicht durch aggressive Sauerstoffzufuhr oder lokale Überhitzung belastet werden. Stattdessen wird die Temperatur langsam, gleichmäßig und überwacht aufgebaut.
Das ist besonders wichtig bei:
Die Temperatur wird direkt am Reinigungsgut gemessen. So kann der Prozess an das konkrete Bauteil angepasst werden. Das reduziert das Risiko von Überhitzung, thermischem Verzug, Materialstress oder Beschädigung feiner Geometrien.
VACUCLEAN wird eingesetzt, wenn Kunststoff-, Polymer- oder organische Rückstände aus hochwertigen, komplexen oder empfindlichen Metallteilen entfernt werden müssen. Besonders relevant ist das Verfahren bei Bauteilen mit Mikrobohrungen, Kapillaren, Filterstrukturen, Innenkanälen, engen Durchlässen oder empfindlichen Oberflächen.
Typische Anwendungen finden sich vor allem in der Faserindustrie, Nonwovens-Produktion, Folienextrusion, Schmelzefiltration, Kunststoffverarbeitung, Compoundierung, Polymerproduktion und im Kunststoffrecycling.
Anwendung | Typische Bauteile | Warum VACUCLEAN relevant ist |
|---|---|---|
Schmelzefiltration | Filterkerzen, Filterbündel, Filterstapel, Leaf Discs, Laserfilter | Filterstrukturen müssen von Polymerresten befreit werden, ohne die Funktion der Filterelemente zu beeinträchtigen. |
Faserindustrie und Nonwovens | Spinndüsen, Spinnpakete, Meltblown- und Spunbond-Düsen | Mikrobohrungen und Kapillaren müssen erhalten bleiben; mechanische Reinigung kann feine Geometrien beschädigen. |
Folienextrusion | Blasfolienköpfe, Folienwerkzeuge, größere Werkzeugkomponenten | Komplexe Innenkanäle und große Werkzeuggeometrien erfordern kontrollierte Erwärmung und schonende Reinigung. |
Extrusion und Compoundierung | Extruderschnecken, Schneckenelemente, Extrusionswerkzeuge | Polymer-, Farb-, Additiv- oder Masterbatch-Rückstände müssen reproduzierbar entfernt werden. |
Granulierung | Granulierwerkzeuge, Lochplatten, Breaker Plates | Bohrungen und Durchlässe müssen frei werden, ohne Werkzeuggeometrien zu beschädigen. |
Kunststoffverarbeitung | Siebwechsler, Polymerpumpen, Düsen und Präzisionsbauteile | Empfindliche Bauteile profitieren von Reinigung ohne mechanisches Kratzen, Bürsten oder Ausbrennen. |
Ob VACUCLEAN für ein konkretes Bauteil geeignet ist, hängt von Bauteilgeometrie, Werkstoff, Polymer, Rückstandsmenge, Reinheitsanforderung und Handling ab.

Das Reinigungsgut wird unter Vakuum langsam und kontrolliert aufgeheizt. Die Aufheizrampe lässt sich an Bauteil, Rückstand und Reinigungsziel anpassen.
Ein großer Teil der anhaftenden Polymere schmilzt ab und läuft in einen kühleren Abschmelzbehälter. Dadurch wird die Polymerlast reduziert, bevor die eigentliche Pyrolyse beginnt. Das ist besonders vorteilhaft bei stark belegten Filtern, Extrusionswerkzeugen, Blasfolienköpfen oder größeren Chargen.

Nach dem Abschmelzen werden die verbleibenden organischen Rückstände unter Vakuum thermisch zersetzt. Da der Prozess nicht als unkontrolliertes Ausbrennen erfolgt, sondern unter geregelten Bedingungen abläuft, werden empfindliche Werkzeuge und feine Geometrien geschont.
Spezielle Sensorik und direkte Temperaturmessung am Bauteil schützen das Reinigungsgut vor unnötiger thermischer Belastung.

Nach der Pyrolyse wechselt der Prozess kontrolliert in die Oxidationsphase. Dabei werden verbleibende Kohlenstoffrückstände oxidiert.
Je nach Bauteil, Polymer und Reinheitsanforderung können anschließend zusätzliche Nachbehandlungen erforderlich sein, zum Beispiel Druckluft, Wasserhochdruck oder Ultraschall.
VACUCLEAN reinigt ohne mechanisches Kratzen, Bürsten oder Ausbrennen im Hauptprozess. Feine Bohrungen, Kapillaren, Filterstrukturen und Innenkanäle bleiben dadurch besonders geschützt.
Das Reinigungsgut wird langsam und gleichmäßig aufgeheizt. Vakuum, einstellbare Aufheizrampen und Temperaturmessung am Bauteil reduzieren das Risiko von Überhitzung, Verzug oder Materialstress.
Ein großer Teil der Polymere wird vor der eigentlichen Pyrolyse abgeschmolzen und separat aufgefangen. Das entlastet den Prozess besonders bei stark belegten Filtern, Werkzeugen und größeren Chargen.
Der automatisierte Prozess lässt sich an Bauteil, Polymer und Rückstandsmenge anpassen. Das unterstützt gleichmäßige Reinigungsergebnisse und sichere Wiederverwendung hochwertiger Werkzeuge.
VACUCLEAN-Systeme sind elektrisch beheizt und benötigen keinen Gasanschluss. Für viele Standorte vereinfacht das die Integration in bestehende Produktions-, Wartungs- oder Servicebereiche.
Die Abluft wird über eine katalytische Abluftreinigung behandelt. Dadurch wird der Prozess technisch kontrolliert und sauber in den Anlagenbetrieb eingebunden.
Die Auswahl des passenden Modells richtet sich vor allem nach den regelmäßig zu reinigenden Bauteilen. Entscheidend sind Länge, Durchmesser, Gewicht, Chargengröße, Polymerbelastung, Abschmelzvolumen und Handling. Die hier beispielhaft genannten Modelle sind keine starren Branchenlösungen. Ein Recyclingbetrieb, ein Faserhersteller oder ein Extrusionsbetrieb kann je nach Bauteilgröße und Reinigungsfrequenz unterschiedliche VACUCLEAN-Modelle benötigen.
Modell | Typische Rolle | Typische Auslegungskriterien |
VACUCLEAN 154 | bewährtes Top-Lade-System für längere, schlanke oder kleinere bis mittlere Bauteile | regelmäßige Reinigung mit überschaubarem Chargenvolumen |
VACUCLEAN 254 | Top-Lade-System für längere Bauteile und größere Chargen | größere Bauteillängen, höhere Polymermengen, mehr Chargenvolumen |
VACUCLEAN COMPACT | kompaktes Frontladesystem für kleinere Chargen und sensible Spezialteile | Laserfilter, kleine Düsen, Spinndüsen, kleine Pumpen, begrenzte Aufstellfläche |
VACUCLEAN 1212 | Frontladesystem für größere, schwerere oder voluminösere Bauteile | größere Filterbündel, Folienwerkzeuge, schwere Werkzeuge, Front-Loading |
Frontloader wie VACUCLEAN COMPACT oder VACUCLEAN 1212 eignen sich besonders für kompakte Spezialteile, größere Bauteile oder schwerere Werkzeuge, die über Wagen, Paletten oder kundenspezifische Beschickungssysteme gehandhabt werden.
Die Entscheidung zwischen Top-Lader und Frontlader ergibt sich aus der realen Bauteillogistik: Abmessungen, Gewicht, verfügbare Beschickung und Bedienabläufe am Standort.
VACUCLEAN COMPACT ist das kompakte System innerhalb der VACUCLEAN-Familie. Es ist für kleinere Chargen, sensible Spezialteile und begrenzte Aufstellflächen ausgelegt.
Typische Anwendungen sind:
Auch VACUCLEAN COMPACT nutzt das Prinzip aus schonendem Abschmelzen, Vakuumpyrolyse und Oxidation. Gerade bei teuren und empfindlichen Kleinteilen ist entscheidend, dass Kunststoffreste aus komplexen Innenbereichen entfernt werden, ohne Mikrogeometrien mechanisch zu beschädigen.
Sie möchten technische Details zur VACUCLEAN-Systemfamilie prüfen? Die VACUCLEAN-Broschüre enthält Informationen zum Funktionsprinzip, zu typischen Anwendungen, Baugrößen, Toploader- und Frontloader-Systemen, Polymergruppen, Ausschlussgrenzen und technischen Daten.
Download: VACUCLEAN-Broschüre (englisch)
Format: PDF
Inhalt: Vakuumpyrolyse, Abschmelzen, Oxidation, Modellübersicht, typische Bauteile, Polymere und technische Daten
VACUCLEAN eignet sich für viele organische Rückstände und zahlreiche technische Polymere. Entscheidend sind immer Polymerart, Additive, Konzentration, Bauteilgeometrie und Reinigungsziel.
Typisch geeignete Polymergruppen | Beispiele |
|---|---|
Polyolefine | PE, HDPE, PP, EVA, EVOH |
Polyester | PET, PBT, PC, PTT, PEN |
Polyamide | PA6, PA6.6, PA12, PPA |
Polystyrole und Acrylate | PS, ABS, SAN, PMMA |
Hochleistungspolymere | PEEK, PEI, PI und weitere nach Prüfung |
Polyurethane und Spezialpolymere | PUR, TPU, LCP und weitere nach Prüfung |
VACUCLEAN ist nicht für halogenhaltige Kunststoffe und Rückstände wie PVC, PVDF, PTFE, PVDC oder PCTFE sowie für Polymere mit Flammschutzmitteln ausgelegt. Für halogenhaltige Kunststoffe setzt SCHWING in der Regel auf das Reinigungssystem INNOVACLEAN, da aggressive Zersetzungsprodukte sicher abgeführt und neutralisiert werden müssen.
Eine VACUCLEAN-Anlage wird nicht pauschal anhand eines Modellnamens ausgewählt. Grundlage ist die konkrete Reinigungsaufgabe: Bauteil, Polymer, Rückstandsmenge, Reinheitsanforderung, Prozessziel, Handling und Standortbedingungen. Bei neuen oder kritischen Anwendungen kann eine Testreinigung zeigen, wie sich Bauteil und Rückstand im VACUCLEAN-Prozess verhalten. Auf dieser Basis legen die SCHWING-Ingenieure die passende Anlagenlösung aus.
SCHWING bewertet Bauteile, Rückstände, Polymer, Geometrie, Gewicht, bisherige Reinigungsmethode und gewünschtes Reinigungsergebnis.
Geprüft wird, ob die Vakuumpyrolyse für Bauteil, Rückstand und Reinigungsziel geeignet ist – insbesondere im Hinblick auf Bauteilschonung, Mikrobohrungen, Innenkanäle und Filterstrukturen.
Bei neuen, kritischen oder hochwertigen Bauteilen kann eine Testreinigung zeigen, welche Reinigungsqualität erreichbar ist und welche Nachbehandlung erforderlich wird.
Erst danach werden Kammergröße, Beschickung, Handling, Abschmelzvolumen, Chargengröße, Prozessdauer, Abluftführung und Integration in den Betrieb konkretisiert.
Das Ergebnis ist keine pauschale Produktempfehlung, sondern eine technisch begründete Anlagenlösung innerhalb der VACUCLEAN-Systemfamilie.
VACUCLEAN ist das SCHWING-System für besonders schonende thermische Reinigung unter Vakuum. Die Anlagen entfernen Kunststoff-, Polymer- und organische Rückstände von hitzebeständigen Metallteilen durch ein kontrolliertes Verfahren aus Abschmelzen, Vakuumpyrolyse und Oxidation.
VACUCLEAN arbeitet unter Vakuum mit langsamem, einstellbarem Aufheizen und direkter Temperaturmessung am Bauteil. Dadurch müssen empfindliche Teile nicht unnötig stark thermisch belastet werden. Feine Geometrien wie Mikrobohrungen, Kapillaren, Filterstrukturen und Innenkanäle bleiben besser geschützt. Zugleich entfällt im Hauptprozess mechanisches Kratzen, Bürsten oder Ausbrennen.
Typische Bauteile sind Filterkerzen, Filterbündel, Filterstapel, Leaf Discs, Laserfilter, Spinndüsen, Spinnpakete, Meltblown- und Spunbond-Düsen, Blasfolienköpfe, Extrusionswerkzeuge, Schneckenelemente, Lochplatten, Siebwechsler, Polymerpumpen und weitere hitzebeständige Metallteile mit Kunststoff- oder Polymeranhaftungen.
Der VACUCLEAN-Prozess besteht aus drei Schritten. Zunächst wird das Bauteil unter Vakuum langsam aufgeheizt, sodass ein großer Teil des anhaftenden Polymers abschmilzt. Danach werden verbleibende organische Rückstände unter Vakuum thermisch zersetzt. Abschließend werden Kohlenstoffrückstände kontrolliert oxidiert. Je nach Bauteil und Reinigungsziel kann eine Nachbehandlung erforderlich sein.
VACUCLEAN eignet sich für viele organische Rückstände und zahlreiche technische Polymere, darunter Polyolefine, Polyester, Polyamide, Polystyrole, Acrylate, Hochleistungspolymere, Polyurethane und weitere Spezialpolymere nach technischer Prüfung. Entscheidend sind Polymerart, Additive, Konzentration, Rückstandsmenge und Bauteilgeometrie.
VACUCLEAN ist nicht für halogenhaltige Polymere sowie Polymere mit Flammschutzmitteln ausgelegt. Beispiele für halogenhaltige Polymere sind PVC, PVDF, PVDC, PTFE und PCTFE. Für solche Anwendungen ist ein anderes thermisches Reinigungsverfahren zu prüfen.
Vor einer Investitionsentscheidung prüft SCHWING die konkrete Reinigungsaufgabe technisch. Bei neuen, kritischen oder besonders hochwertigen Bauteilen kann eine Testreinigung sinnvoll sein. Auf Basis von Bauteil, Rückstand, Reinigungsergebnis, Nachbehandlung, Handling und Standortbedingungen legen die SCHWING-Ingenieure anschließend die passende VACUCLEAN-Anlagenlösung aus.
Ein anderes System kann sinnvoll sein, wenn die Reinigungsaufgabe besser zu einem anderen thermischen Verfahren passt. INNOVACLEAN arbeitet mit Wirbelschicht-Reinigung und kommt insbesondere für geeignete kleine bis mittlere Bauteile infrage. MAXICLEAN ist als Pyrolyseofen vor allem für große Bauteile und halogenfreie Rückstände ausgelegt. Die grundsätzliche Systemauswahl wird auf der Pillar Page „Thermische Reinigung“ erläutert.
Ob Reinigungsservice, Versuchsreinigung oder eigene Anlage:
SCHWING unterstützt Sie bei der Auswahl des geeigneten thermischen Reinigungsverfahrens für Ihre Bauteile, Polymere und Produktionsanforderungen.
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