Thermische Reinigung von Filtern für die Schmelzefiltration

Polymer- und Kunststoffrückstände schonend aus Filterkerzen, Filterbündeln, Filterscheiben, Filterstapeln und Laserfiltern entfernen.

Metallische Filterelemente werden in der Polymerverarbeitung und im Kunststoffrecycling eingesetzt, um Verunreinigungen aus der Kunststoffschmelze zurückzuhalten. Während des Betriebs lagern sich Polymere, Additive und weitere Bestandteile in den Filterstrukturen ab.

Die thermische Reinigung entfernt die organischen Bestandteile kontrolliert von temperaturbeständigen Metallfiltern. Je nach Filteraufbau, Polymer und Reinheitsanforderung folgen weitere Nachbehandlungs- und Prüfschritte, bevor das Filterelement wieder eingesetzt werden kann.

  • Anwendung: metallische Filterelemente aus Schmelzefiltrationsprozessen
  • Typische Bauteile: Filterkerzen, Filterbündel, Filterscheiben, Filterstapel, Laserfilter
  • Reinigungsziel: organische Rückstände entfernen und Wiederverwendbarkeit prüfen
  • Besondere Anforderungen: feine und mehrlagige Filterstrukturen erhalten
  • Ergänzende Schritte: Nachbehandlung und Qualitätsprüfung

Während der Schmelzefiltration setzen sich Polymerbestandteile und weitere Verunreinigungen in Poren, Siebstrukturen, Kanälen und Zwischenräumen der Filterelemente fest. Mit zunehmender Belegung kann der Strömungswiderstand steigen, während Durchsatz, Filtrationsleistung und Prozessstabilität beeinträchtigt werden können.

Eine rein äußerliche Reinigung reicht bei Filterkerzen, Filterbündeln, Filterstapeln und Laserfiltern nicht aus. Die Rückstände müssen auch aus tieferliegenden und schwer zugänglichen Filterstrukturen entfernt werden, ohne Poren, Drahtgewebe, Schweißverbindungen oder empfindliche Oberflächen zu beschädigen.

Polymerbelastung in der Filterstruktur

Rückstände lagern sich in Filterlagen, Poren, Zwischenräumen und Innenbereichen ab.

Auswirkungen auf den Produktionsprozess

Zunehmende Filterbelastung kann Differenzdruck, Durchsatz, Prozessstabilität und Schmelzequalität beeinflussen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Gereinigte Metallfilter können nach Reinigung und Prüfung erneut eingesetzt werden; ihr Zustand und die definierten Prüfkriterien entscheiden über die Wiederverwendbarkeit.

Thermische Reinigung kommt vor allem für wiederverwendbare, temperaturbeständige Filterelemente aus Metall infrage. Die konkrete Eignung hängt von Werkstoff, Filteraufbau, Verbindungstechnik, Abmessungen und zulässiger thermischer Belastung ab.

Filtertyp

Typische Ausführung

Besondere Reinigungsanforderung

Filterkerzen

einzelne zylindrische Metallfilter

Polymer aus tiefen und mehrlagigen Filterstrukturen entfernen

Filterbündel

mehrere Filterkerzen als Baugruppe

gleichmäßige Erwärmung der gesamten Baugruppe / aller Filterbereiche sicherstellen

Filterscheiben

flache Filterelemente oder Leaf Discs

feine Filterflächen und Schichtaufbau schützen

Filterstapel

übereinander angeordnete Filterscheiben

Polymer zwischen einzelnen Filterlagen entfernen

Laserfilter

fein strukturierte Metallfilter aus Recyclinganlagen

empfindliche Öffnungen und Filtergeometrie erhalten

Weitere wiederverwendbare metallische Siebe, Stützelemente und demontierte Komponenten aus Siebwechslern können abhängig von Werkstoff, Konstruktion und thermischer Belastbarkeit geprüft werden. Temperaturempfindliche Dichtungen, Sensoren, Hydraulik- und Elektrikkomponenten sind nicht Bestandteil der thermischen Reinigung.

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Filterelemente können mit dem verarbeiteten Basispolymer, vermischten Polymerarten, Masterbatch, Additiven, Pigmenten, thermischen Abbauprodukten und weiteren organischen Bestandteilen belastet sein. Im Recycling können zusätzlich Fremdpolymere und anorganische Bestandteile in die Filterstrukturen gelangen.

Die Polymerart beeinflusst das Temperaturprofil, das Abschmelzverhalten, die entstehenden Zersetzungsprodukte und die erforderliche Nachbehandlung.

Hinweis: Pigmente, Glasfasern, mineralische Füllstoffe und andere anorganische Bestandteile werden durch die thermische Zersetzung nicht zwangsläufig entfernt. Sie können eine auf den Filter abgestimmte Nachbehandlung erforderlich machen.

Rückstandsgruppe

Beispiele

Für die Bewertung relevant

Halogenfreie Standardpolymere

PE, PP, PET, PA

Polymerart, Menge und thermisches Verhalten

Technische und Hochleistungspolymere

beispielsweise PEEK, PEI, PI

polymerbezogene Prozessprüfung

Masterbatch und Additive

Trägerpolymer, Pigmente, Additive

mögliche anorganische Reststoffe

Recycling- und Mischrückstände

Fremdpolymere, unbekannte Mischungen

Zusammensetzung ggf. unvollständig bekannt

Halogenierte Polymere

PVC, PTFE, PVDF

in der Regel keine Wirbelschicht-Reinigung (INNOVACLEAN) möglich; alternative Verfahren prüfen

Anorganische Bestandteile

Glasfasern, Pigmente, mineralische Füllstoffe

abgestimmte Nachbehandlung erforderlich

Das geeignete Reinigungsverfahren ergibt sich nicht allein aus der Bezeichnung „Filterkerze“ oder „Laserfilter“. Entscheidend sind Filterkonstruktion, Polymer, Rückstandsmenge, Bauteilgröße, Reinheitsanforderung und die erforderliche Nachbehandlung.

Typischer Regelfall: kontrollierte Vakuumpyrolyse

Aufgrund der langsamen, besonders materialschonenden Aufheizung, der direkten Temperaturmessung am Bauteil und der kontrollierten Prozessführung unter Vakuum ist VACUCLEAN typischerweise die bevorzugte technische Lösung für Filterkerzen, Filterbündel, Filterstapel, Filterscheiben, Leaf Discs sowie empfindliche und komplex aufgebaute Filterstrukturen. VACUCLEAN COMPACT eignet sich insbesondere für kleinere Chargen, sensible Spezialteile und Laserfilter aus Recyclinganlagen.

Sonderfall: große, robuste Filterbündel

Für sehr große Filterbündel mit hohen Mengen halogenfreier Rückstände kann MAXICLEAN abhängig von Bauteilgröße, Filterkonstruktion und Qualitätsanforderung technisch geprüft werden. MAXICLEAN ist grundsätzlich für große Bauteile und halogenfreie Polymeranhaftungen ausgelegt.

Sonderfall: halogenierte Polymere

Bei feinen Filterelementen ist eine Wirbelschicht-Reinigung mit INNOVACLEAN in der Regel nicht geeignet. THERMCLEAN-Sand kann in Poren, Filterlagen und Zwischenräume eindringen und anschließend kaum vollständig entfernt werden. In solchen Fällen sind alternative Reinigungsverfahren anwendungsbezogen zu prüfen.

Nicht sicher, welches Verfahren zu Ihrem Filtertyp passt?
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Metallische Filterelemente unterscheiden sich erheblich in Werkstoff, Aufbau, Filterfeinheit, Anzahl der Filterlagen, Verbindungstechnik und Verschmutzungsgrad. Auch die zu entfernenden Polymere, Additive und anorganischen Bestandteile weisen unterschiedliche thermische und chemische Eigenschaften auf.

Die Prozessführung muss daher auf die konkrete Kombination aus Filterelement, Rückstand und geforderter Filterfunktion abgestimmt werden. Entscheidend ist nicht allein, sichtbare Polymeranhaftungen zu entfernen. Der Reinigungsprozess muss vor allem tieferliegende Filterstrukturen erreichen, die thermische und mechanische Belastung begrenzen und eine reproduzierbare Nachbehandlung und Prüfung ermöglichen.

Die Auswahl und Auslegung des Reinigungsprozesses muss deshalb immer filter-, polymer- und qualitätsbezogen erfolgen. Bei unbekannten Polymermischungen, besonders feinen Filterstrukturen oder fehlenden Referenzwerten sollte die Verfahrenseignung durch eine technische Prüfung oder Testreinigung ermittelt werden.

Innere Filterstrukturen erreichen

Organische Rückstände können sich in mehreren Filterlagen, Poren, Hohlräumen und schwer zugänglichen Innenbereichen befinden. Das gewählte Reinigungsverfahren muss diese Bereiche zuverlässig erreichen können.

Filterkonstruktion erhalten

Filtergewebe, Stützkörper, Schweißverbindungen, Lötstellen und empfindliche Strukturen dürfen nicht unnötig thermisch oder mechanisch belastet werden. Vorhandene Vorschäden können durch Reinigung nicht behoben werden.

Rückstand und Filtergeometrie bewerten

Polymerart, Polymermenge, Additive, Füllstoffe und mögliche Halogene beeinflussen die Prozessführung. Ebenso relevant sind Filterlagen, Bauteilgröße, Zugänglichkeit und mögliche Demontage.

Reinigungsziel vorab definieren

Vor der Reinigung muss geklärt sein, anhand welcher Kriterien das Filterelement später bewertet wird. Ein rein optisches Ziel ist bei feinen oder mehrlagigen Filtern nicht ausreichend.

Die thermische Reinigung entfernt organische Polymerbestandteile. Anorganische Rückstände können jedoch in Filterlagen, Poren und schwer zugänglichen Bereichen verbleiben. Je nach Filtertyp und Kontamination wird die thermische Reinigung deshalb durch abgestimmte Nachbehandlungs- und Prüfverfahren ergänzt.

1. Anorganische Reststoffe entfernen

Abhängig von Filteraufbau und Reststoff können beispielsweise eingesetzt werden:

  • Wasserhochdruck
  • Ultraschallbad
  • anschließendes Spülen
  • kontrolliertes Trocknen

2. Filterzustand kontrollieren

Je nach Filtertyp sind eine Sichtprüfung sowie die Kontrolle von Filterlagen, Geometrie und Verbindungen erforderlich. Ergänzende Detailprüfungen werden abhängig von Filterkonstruktion und Qualitätsanforderung festgelegt und dokumentiert.

3. Filterfunktion nachweisen

Bei geeigneten Filtersystemen kann der Zustand mithilfe eines Bubble-Test-Geräts geprüft werden. Prüfmedium, Prüfdruck und Bewertungskriterien müssen auf das jeweilige Filterelement abgestimmt werden.

Zum Filter:

  • Filtertyp und Aufbau
  • Werkstoff
  • Abmessungen und Gewicht
  • Anzahl der Elemente
  • Fotos oder Zeichnungen

Zum Rückstand und Reinigungsziel:

  • Polymer bzw. Polymermischung
  • Additive und Füllstoffe
  • Halogengehalt
  • geschätzte Rückstandsmenge
  • Reinigungsintervall
  • gewünschte Prüfung oder Abnahmekriterien

Nicht jedes Unternehmen benötigt eine eigene thermische Reinigungsanlage. Filterkerzen, Filterbündel, Filterscheiben, Filterstapel und weitere geeignete Metallfilter können auch im SCHWING-Reinigungs-Service gereinigt, nachbehandelt und entsprechend der vereinbarten Anforderungen geprüft werden.

Der Reinigungs-Service eignet sich insbesondere für:

  • regelmäßige oder unregelmäßige Filterreinigungen,
  • wechselnde Filtertypen und Polymeranhaftungen,
  • begrenzte betriebsinterne Reinigungskapazitäten,
  • kurzfristige Engpässe und planbare Wartungsintervalle,
  • Testreinigungen vor der Investition in eine eigene Anlage.

Filterreinigung im 24/7-Service anfragen

Unsicher, ob Reinigungsservice oder eine eigene Anlage sinnvoll ist?
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Abhängig von Filteraufbau und Rückstand kombiniert SCHWING das geeignete thermische Reinigungsverfahren mit abgestimmter Nachbehandlung und Qualitätskontrolle. Auf Wunsch können regelmäßige Reinigungsintervalle sowie Abholung und Rücklieferung in ein planbares Servicekonzept integriert werden.

Was bedeutet thermische Reinigung von Schmelzefiltern?

Thermische Reinigung entfernt organische Polymer- und Kunststoffanhaftungen von geeigneten temperaturbeständigen Metallfiltern. Abhängig vom Filter und Rückstand können Nachbehandlung und Qualitätsprüfung erforderlich sein.

Welche Filterelemente können thermisch gereinigt werden?

Typische Beispiele sind Filterkerzen, Filterbündel, Filterscheiben, Filterstapel, Leaf Discs und Laserfilter. Werkstoff, Konstruktion und Zustand müssen technisch geprüft werden.

Welches Verfahren wird typischerweise eingesetzt?

Für empfindliche und komplexe metallische Filterstrukturen ist häufig die Vakuumpyrolyse mit VACUCLEAN beziehungsweise VACUCLEAN COMPACT geeignet. Bei sehr großen, robusten Filterbündeln mit halogenfreien Rückständen kann MAXICLEAN technisch geprüft werden. Feinporige Filterstrukturen sind für eine Wirbelschicht-Reinigung mit INNOVACLEAN in der Regel nicht geeignet.

Wie werden Filter mit halogenierten Polymerresten gereinigt?

Halogenierte Polymerreste erfordern eine anwendungsbezogene Verfahrensprüfung. Die ansonsten für halogenierte Polymere relevante Wirbelschicht-Reinigung mit INNOVACLEAN ist bei feinporigen Filterelementen in der Regel nicht geeignet, da THERMCLEAN-Sand in die Filterstruktur eindringen und anschließend nur schwer vollständig entfernt werden kann. Deshalb müssen alternative Reinigungsverfahren geprüft werden.

Warum ist nach der thermischen Reinigung eine Nachbehandlung erforderlich?

Pigmente, Glasfasern, mineralische Füllstoffe und weitere anorganische Bestandteile werden thermisch nicht zwangsläufig entfernt. Je nach Filter können Ultraschall, Wasserhochdruck, Spülen oder andere abgestimmte Verfahren erforderlich sein.

Was prüft ein Bubble-Test?

Ein Bubble-Test kann bei geeigneten Filterkerzen Hinweise auf die Integrität beziehungsweise mechanische Beschädigung des Filterelements geben. Prüfmedium und Prüfdruck müssen auf den Filter abgestimmt werden.

Welche Angaben benötigt SCHWING?

Benötigt werden insbesondere Filtertyp, Werkstoff, Aufbau, Abmessungen, Gewicht, Anzahl, Polymer, Additive, Halogengehalt, Rückstandsmenge, Reinigungsintervall und gewünschte Qualitätsprüfung.

Ob Reinigungsservice, Versuchsreinigung oder eigene Anlage:
SCHWING unterstützt Sie bei der Auswahl des geeigneten thermischen Reinigungsverfahrens für Ihre Bauteile, Polymere und Produktionsanforderungen.